Jupiters „Offerbook“ erweitert die DeFi-Kreditvergabe über Liquid-Token hinaus
Ein Inhaber eines wenig bekannten Solana-Tokens mag zwar davon überzeugt sein, dass der Vermögenswert einen Wert hat, und dennoch feststellen, dass es fast unmöglich ist, darauf einen Kredit aufzunehmen. Herkömmliche DeFi-Kreditmärkte akzeptieren in der Regel nur Sicherheiten, die häufig gehandelt werden, über verlässliche Kursdaten verfügen und schnell verkauft werden können, wenn ein Kredit sich seiner Liquidationsschwelle nähert.
Jupiter testet einen anderen Ansatz. Mit „Offerbook“, das nun als öffentliche Beta-Version verfügbar ist, können Kreditnehmer und Kreditgeber befristete Kredite direkt miteinander aushandeln, anstatt auf einen gemeinsamen Liquiditätspool zurückzugreifen. Nutzer können USDC gegen Tausende von Solana-Vermögenswerten aufnehmen, darunter auch kleinere Token und tokenisierte reale Vermögenswerte, vorausgesetzt, ein anderer Teilnehmer ist bereit, die Sicherheiten und die vorgeschlagenen Konditionen zu akzeptieren.
Das Produkt erweitert Jupiters Ambitionen über das Swap-Aggregationsgeschäft hinaus, auf dem das Unternehmen seine Position im Solana-Ökosystem aufgebaut hat. Noch wichtiger ist jedoch, dass es eine der zentralen Konventionen des DeFi-Kreditwesens in Frage stellt: dass Sicherheiten kontinuierlich bewertet und automatisch liquidiert werden müssen, wenn ihr Marktwert sinkt.
Sollte dies gelingen, würde Jupiter einen Bereich des On-Chain-Kreditgeschäfts erschließen, den Pooling-Protokolle bislang weitgehend gemieden haben. Tausende von Solana-Vermögenswerten könnten damit finanzierbar werden. ohne in den konventionellen Kreditmarkt aufgenommen zu werden. Das würde sie weder sicherer noch wertvoller machen. Es würde lediglich einen Preis festlegen, zu dem jemand bereit ist, sie als Sicherheit anzunehmen – und auf den Kreditmärkten ist das ein aussagekräftigerer Test.
